Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers. Bei Erwachsenen beträgt ihre Oberfläche etwa 1,5 bis 2 Quadratmeter und ihr Gewicht macht etwa 15 % des Körpergewichts aus. Sie ist nicht nur die äußerste Barriere, sondern auch das wichtigste sensorische und schützende System des Körpers.
Biologische Studien zeigen, dass Säugetiere hochsoziale Wesen sind. Wenn junge Säugetiere (einschließlich menschlicher Babys) über längere Zeit nicht von der Mutter geleckt und gestreichelt werden, kommt es selbst bei ausreichender Nahrung zu Entwicklungsstörungen oder sogar zum Tod – dies ist das bekannte Phänomen des „Hauthungers“ oder „Berührungsentzugs“. Auch bei Erwachsenen nimmt das Gehirn bei längerem Ausbleiben warmer Berührung automatisch an, dass der Betroffene sich in „isolierter Gefahr“ befindet, und schaltet daher die Wachstumsfunktionen ab, um Energie zu sparen. Das Bedürfnis der Haut nach Berührung dient also im Wesentlichen dazu, dem Gehirn ständig „Sicherheit“ und „Wohlbefinden“ zu vermitteln.
Unter der Haut befinden sich Millionen von Rezeptoren (wie die Meissner‑Körperchen und die Vater‑Pacini‑Körperchen). Wenn diese Rezeptoren sanften oder tiefen Druck empfangen, werden Signale über das Rückenmark an das Gehirn weitergeleitet und wirken direkt auf den Nervus vagus. Dies führt zu einer Verlangsamung der Herzfrequenz, einem Absinken des Blutdrucks und einer Vertiefung der Atmung. Gleichzeitig wird die Ausschüttung von Cortisol (dem Stresshormon) deutlich gehemmt und die Freisetzung von Oxytocin (dem „Liebeshormon“) gefördert.
Neben der sensorischen Funktion übernimmt die Haut auch die Aufgabe, den Rückfluss von Lymphe und venösem Blut zu unterstützen. Das Lymphsystem verfügt über keine eigene „Pumpe“ wie das Herz; sein Kreislauf ist vollständig auf Muskelbewegungen und äußeren Druck angewiesen. Wenn die Haut geknetet oder gedrückt wird, werden die darunter liegende Gewebeflüssigkeit und die Stoffwechselabfälle physikalisch in die Lymphgefäße gepresst, wodurch die Entgiftung beschleunigt wird. Regelmäßiges Streicheln und Massieren kann zudem Verklebungen der Faszien verhindern und die „Verschiebbarkeit“ des Bindegewebes unter der Haut erhalten. Bleiben Berührungen über längere Zeit aus, können Haut und tiefere Muskelfaszien allmählich verkleben, was zu Steifheit, Druckgefühl und sogar Schmerzen führt; außerdem steigt die Neigung zu Einsamkeit, Leere oder Angstgefühlen.
Um körperlich und geistig gesund und ausgeglichen zu bleiben, ist aktive körperliche Betätigung unerlässlich – doch ebenso unverzichtbar ist es, sich passiv massieren zu lassen.
